Ich habe neulich meine Zimmer radikal ausgemistet und das ist nicht einmal übertrieben. Ich habe die Hälfte meiner geliebten Schminke und auch anderen Kram, den ich seit Jahren aufbewahrt habe, weggeschmissen oder weggegeben. All die materiellen Dinge, die ich teilweise nur hatte, um sie zu haben und nicht zu benutzen, habe ich in den Müll befördert und mich geärgert, dass sie so lange Platz weggenommen haben. Ich hatte teilweise so viel Kram und war trotzdem unzufrieden, weil ich beispielsweise NOCH mehr Make-up haben wollte und es trotz eines vollen Schminktisches nicht genug war
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Ich konnte diese Menschen sehr lange nicht verstehen. Wie können sie glücklich sein ohne einen vollen Kleiderschrank, Fernseher, eigenes Zimmer oder eine große Schminksammlung?
 Ich wusste immer, dass Geld nicht glücklich macht und unendlich viel Geld zu haben war auch nie etwas, das ich angestrebt habe. Aber ich war der Meinung, dass Geld dabei helfen kann glücklich zu werden.
 Aber wenn ich mal ernsthaft drüber nachdenke, ist das mehr als Schwachsinn. Ich kenne Menschen, die viel Geld haben und trotzdem unglücklich und unzufrieden sind oder außer ihrem Besitz nichts haben. Sie wissen nicht, wie wichtig andere Dinge sind. Wie unbezahlbar Familie und wahre Freunde sind. Viele schätzen nicht wert, was sie haben. Oder noch schlimmer: Sie wissen nicht, wie man Menschen richtig behandelt.

Wie mir klargeworden ist, dass Geld mich nicht glücklich macht? Ich habe eine Lieblingsautomarke und habe schon immer davon geträumt, ein Auto von dieser Automarke zu besitzen. Vor circa einem Jahr habe ich mir diesen Traum erfüllt und ich dachte, es wäre das beste Jahr aller Zeiten für mich.
 Ich bin überall gerne hingefahren und habe das Auto so oft wie nur möglich benutzt. 
Dieses Jahr habe ich gar nicht mehr darüber nachgedacht, womit ich fahre. Es war für mich einfach nur ein Mittel zum Zweck. Etwas, womit ich bequem von A nach B komme. Ich hatte immer im Hinterkopf, dass das Auto nicht gerade preiswert war, aber das war’s auch schon. Letztes Jahr war der Autokauf der beste Tag des Jahres und dieses Jahr konnte ich mich nicht mal daran erinnern, in welchem Monat es war. Ich habe mir im letzten Jahr alle möglichen materiellen Wünsche erfüllt. Habe mir das allerneuste Handy gekauft, obwohl ich bereits das neuste Modell einer anderen Firma hatte, mir alles an Klamotten gekauft, was ich wollte, meinen Schminktisch regelrecht zum explodieren gebracht.
 Man könnte sagen, dass ich alles gesammelt habe, was Geld kostet. Hat mich das glücklich gemacht? Ja, für den Moment war ich überglücklich. Auch noch, wenn ich diese Dinge die ersten Male benutzt habe. Aber irgendwann waren sie selbstverständlich und einfach nur noch da.

Dieses Jahr habe ich stattdessen Momente gesammelt. Der beste Tag war ein Festival mit Menschen, die für mich mittlerweile schon so etwas wie Familie sind. Der ganze Tag und die Nacht haben sich so in mein Gedächtnis eingebrannt, dass ich Schmetterlinge im Bauch habe wenn ich an diesen Tag zurückdenke. Das Ticket für dieses Festival habe ich zum Geburtstag bekommen und kann sagen, dass das eines der besten Geschenke war. 
Ich kann und möchte gar nicht soviel darüber schreiben, weil ich die Erinnerungen für mich behalten will. Aber was ich damit sagen möchte ist, dass ich mich an jeden Moment des Tages und der Nacht erinnern kann und mein Herz blutet, wenn ich daran denke, dass dieser Tag nie wieder kommen wird. Letztes Jahr war der Kauf eines Autos der beste Tag, dieses Jahr war es ein Tag voller Erinnerungen. Wenn ich an den Autokauf denke, passiert nichts in mir. Doch wenn ich an den anderen Tag denke, fühle ich so viele Dinge gleichzeitig.
 Ich bin mir fast sicher, dass ich meine Gedanken nicht richtig in Worte fassen kann, aber vielleicht versteht ja irgendjemand mein Gedankenchaos.

In der letzten Zeit habe ich immer mehr gemerkt, wie unnötig materielle Dinge eigentlich sind und worauf es wirklich ankommt.
 Ich habe innerhalb der letzten 12 Monate so viel gelernt wie noch nie. Die Vorstellung, dass gerade mal „nur“ ein Jahr vergangen ist, ist für mich so unglaublich, weil ich denke, dass gar nicht soviel innerhalb eines Jahres passieren kann. Aber was ich euch mitteilen möchte sind die Dinge, die ich gelernt habe:

Ich habe gelernt, dass nichts für die Ewigkeit ist (cheesy und deep, aber wirklich wahr). Jemand, der meiner Familie sehr nahe stand und quasi auch zur Familie gehört hat, ist von uns gegangen. Das war mein erster Todesfall und ich möchte das Gefühl gar nicht beschreiben.                                                          Personen, von denen ich dachte, dass sie für immer in meinem Leben bleiben werden, waren plötzlich Fremde und ich habe lange gebraucht, um damit fertig zu werden. Andererseits hat mir eine dieser Personen gezeigt, was Liebe ist. Ich habe gelernt, dass es möglich ist, jemanden mehr zu lieben als sich selbst und auch wie es ist, für jemanden alles tun zu wollen. So ungesund manche Dinge auch waren, ich ziehe die positiven Dinge daraus. Denn nun weiß ich, was Liebe ist und mir ist aufgefallen, dass das nicht jeder Mensch weiß. Ich dachte früher auch schon, dass ich geliebt habe, aber das waren ganz andere Gefühle. Liebe ist nicht einfach da, wenn man eine Person sieht. Auch nicht nach ein paar Treffen, auch nicht nach ein paar Monaten. Liebe entwickelt sich innerhalb einer Beziehung. Wenn man die Person wirklich kennenlernt. Wenn man sich gegenseitig die Schwächen und Ängste zeigt.

Ich habe gelernt, was wahre Freunde sind und wie selbstverständlich es für diese Freunde ist, für mich da zu sein. Diese Freunde sind für mich schon so etwas wie eine Familie geworden. Ich würde für sie durchs Feuer gehen und sie auch für mich. DAS wünsche ich jedem. Ich hoffe, jeder von euch hat Menschen, über die er so etwas behaupten kann und wenn nicht hoffe ich, dass solche Menschen irgendwann in euer Leben treten. An dieser Stelle: Danke für alles <3

Ich habe gelernt, wie unendlich wichtig Familie ist. Für mich besteht und bestand meine Familie immer nur aus meinen Eltern, da sie wirklich immer ohne zu fragen für mich da waren. Egal wie falsch ich mich verhalten habe, egal welche Fehler ich gemacht habe und egal wie ich zu ihnen war, sie waren und sind immer da. Ich habe begonnen darauf zu achten, regelmäßig Zeit für sie einzuräumen und sie nicht wie früher zu vernachlässigen (wie gesagt, nichts ist für die Ewigkeit).

Ich habe gelernt, dass manche Menschen einfach nicht zu einem passen. Seien es Freunde oder sonst was. Ich habe teilweise meinen eigenen Wert vergessen und ums Verrecken versucht, diese Menschen dazu zu bringen, bei mir zu bleiben. Aber manche Menschen gehören einfach nicht in euer Leben und je schneller ihr das begreift, desto glücklicher werdet ihr. Ich habe schon immer Probleme damit gehabt, mich von Menschen zu trennen und bin immer noch nicht gut darin. Mir wurde beigebracht, die Probleme die man mit Menschen hat zu lösen. Aber mit manchen Menschen hat man keine Probleme, sondern es passt einfach nicht. Das ist auch nichts Schlimmes. Aber man muss verstehen, dass es ungesund ist, diese Menschen krampfhaft festhalten zu wollen, wenn sie eigentlich gehen möchten. Auch dort ziehe ich die positiven Aspekte raus. Ich habe einiges in den Leben dieser Personen geändert und darauf bin ich mehr als stolz. Ich habe ihnen eine andere Sichtweise näher gebracht und in manchen  Dingen die Denkweise komplett verändert.

Ich habe auch gelernt, dass manche Menschen in bestimmten Momenten nicht zu euch passen. Das ist der Grund, warum es mir so schwer fällt die Personen der anderen Sorte aus meinem Leben zu lassen. Denn diese hier passen vielleicht momentan nicht zu euch, aber zu einem anderen Zeitpunkt passt es einfach perfekt und von da an bleiben sie auch. Entweder, weil eine oder beide Seiten noch etwas wachsen müssen oder weil eine oder beide Seiten lernen müssen, den Anderen wertzuschätzen. Das hat mir gezeigt, dass es nicht immer verkehrt ist, die Hoffnung zu behalten.

Ich habe gelernt, wie glücklich es mich macht, anderen Menschen zu helfen oder sie glücklich zu machen. Meistens waren es meiner Meinung nach nur Kleinigkeiten oder Dinge, die (für mich) selbstverständlich sind, aber für sie war es in dem Moment viel mehr und hat ihnen mehr gegeben, als ich dachte. Auch dieser Blog hat mir in manchen Dingen die Augen geöffnet und mir außerdem auch gezeigt, dass manche Menschen sich meine Worte wirklich zu Herzen nehmen, was ich soooo unglaublich finde.

Aber eines der tollsten Dinge, die ich gelernt habe, ist dass man manches einfach machen sollte. Die Angst beiseite schieben und es einfach versuchen. Es ist meistens tatsächlich so einfach. Das Einzige was schwer ist, ist die Angst zu überwinden. Die ganzen Aspekte, die dagegen sprechen, zu ignorieren und es einfach zu versuchen, wenn man ständig daran denken muss.
 Genau so ist dieser Blog entstanden. Ich wollte mich schon lange mitteilen, aber hatte immer Angst und habe mich nicht getraut. Ich habe sehr oft darüber nachgedacht und es mir wieder ausgeredet. Irgendwann habe ich den letzten Schubs in die Richtung bekommen und einfach spontan angefangen zu schreiben. Ich habe bis jetzt noch nichts Negatives gehört, sondern sowohl virtuell als auch im Reallife nur positives Feedback bekommen und das macht mich unglaublich glücklich.
 Damit möchte ich nicht jeden dazu aufrufen, mit einem Blog zu starten, sondern dazu, das zu machen, wovor ihr am meisten Angst habt, aber am häufigsten nachdenken müsst. Das kann alles Mögliche sein: Ein Hobby, welches ihr schon lange ausprobieren wolltet. Worte, die ihr einer Person sagen möchtet. Eine Sache, dir ihr beichten möchtet. Sich von einer Person verabschieden. Alte Erinnerungen beseitigen, die euch traurig machen oder auch Gefühle, die ihr euch nicht eingestehen möchtet.
 Wenn man es erstmal richtig versucht hat, wird es entweder ganz großartig oder man hat daraus gelernt und ist so trotzdem weiter gekommen.

Durch all diese Erkenntnisse bin ich so viel reicher geworden, ohne mehr Geld zu haben. Versucht mal die Kleinigkeiten oder die Dinge, die ihr als selbstverständlich haltet, wahrzunehmen. Die „kostenlosen“ Dinge im Leben wertzuschätzen.

In diesem Sinne: spread love and be kind ❤️